Hanspeter Sinner ist der Vater des italienischen Tennisstars Jannik Sinner – doch im Profisport machte er sich nicht als Trainer oder Manager einen Namen, sondern mit dem Beruf, den er seit Jahrzehnten ausübt: als Koch. Mehr als 20 Jahre stand der Südtiroler in der Talschlusshütte im Fischleintal am Herd, später begleitete er seinen Sohn zeitweise als Koch auf der Tennistour. Wie konsequent die Familie Beruf und Prominenz trennt, zeigte sich 2025 besonders deutlich: Hanspeter verpasste sogar Janniks French-Open-Finale, weil er arbeiten musste.
| Merkmal | Öffentlich belegt |
|---|---|
| Name | Hanspeter Sinner; in manchen Quellen auch Johann Sinner |
| Geburtsjahr | 1964; genaues Geburtsdatum nicht verlässlich veröffentlicht |
| Beruf | Koch, langjähriger Küchenchef |
| Ehefrau | Siglinde Sinner |
| Kinder | Mark und Jannik Sinner |
| Heimat/Familienbezug | Sexten in Südtirol |
| Bekannt durch | Vater von Jannik Sinner; zeitweise Koch in dessen Umfeld |
Wer ist Hanspeter Sinner?
Hanspeter Sinner stammt aus dem familiären Umfeld in Sexten, jener Südtiroler Gemeinde in den Dolomiten, in der Jannik Sinner aufwuchs. Der Corriere dell’Alto Adige nennt Hanspeter Jahrgang 1964. Ein belastbar dokumentiertes exaktes Geburtsdatum ist dagegen nicht öffentlich zugänglich; wer sein Alter für 2026 auf einen einzelnen Geburtstag genau angibt, geht daher über die verifizierbaren Quellen hinaus.
Auffällig ist außerdem die Namensfrage. ATP und italienische Medien nennen Janniks Vater Hanspeter, während internationale Veröffentlichungen teilweise „Johann“ verwenden. Auch die offizielle Internetadresse der Familienunterkunft lautet sinner-johann.com. Eine verlässliche Primärquelle, die öffentlich erklärt, wie genau beide Vornamen zusammenhängen, ist nicht ersichtlich. Deshalb ist „Hanspeter Sinner“ die sinnvollste Bezeichnung, wenn man sich an ATP und die Südtiroler Berichterstattung hält.
Mehr als 20 Jahre Küchenchef in der Talschlusshütte
Der interessanteste Teil von Hanspeter Sinners eigener Geschichte beginnt nicht auf einem Tennisplatz, sondern in einer Küche. Das Gastronomiemagazin Gambero Rosso sprach mit Armin Villgrater, der Hanspeter aus der Talschlusshütte – italienisch Rifugio Fondovalle – im Fischleintal kennt. Nach Villgraters Angaben kam Sinner im Jahr 2000 als Küchenchef in die Berghütte und wurde später sein Lehrmeister.
Villgrater beschreibt einen Koch, der großen Wert auf Rohstoffe, Präzision und möglichst wenig Lebensmittelverschwendung legte. Zu den Gerichten, die auf Hanspeter zurückgehen sollen, gehören ein Risotto mit Latschenkiefer und frischen Steinpilzen sowie eine „Bergsteigerpfanne“, bei der übrig gebliebene Knödel weiterverarbeitet wurden. Für Jannik bereitete er unter anderem die sogenannten „Maccheroni chef“ mit Ragù, Speck, Gemüse, Pilzen und Sahne zu.
Im Herbst 2022 verließ Hanspeter nach Angaben Villgraters die Hütte, um seinen Sohn zeitweise als persönlicher Koch zu begleiten. Auch der Corriere berichtete später, dass Hanspeter nach rund 40 Jahren Arbeit in Küchen und etwa zwei Jahrzehnten in der Talschlusshütte in Janniks Umfeld mitreiste. Damit nahm er auf der Tour genau die Rolle ein, die seiner eigenen beruflichen Erfahrung entsprach – nicht die eines Tenniscoaches.
Jannik Sinner durfte seinen Sport selbst wählen
Dass Hanspeter in Janniks Karriere nicht als dominanter Sportvater auftrat, ist gut dokumentiert. Nach seinem ersten Grand-Slam-Sieg bei den Australian Open 2024 bedankte sich Jannik öffentlich bei seinen Eltern dafür, dass sie ihm als Kind die Wahl gelassen und keinen Druck aufgebaut hätten. Er hatte neben Tennis auch Fußball gespielt und vor allem als Skifahrer große Erfolge im Nachwuchs gefeiert.
Diese Erziehung bedeutete allerdings nicht, dass Hanspeter alles durchgehen ließ. Als Jannik als Kind beim AFC Sexten Fußball spielte, war sein Vater zeitweise sein Trainer. Der Corriere schilderte eine Episode, die Hanspeter 2024 selbst bestätigte: Nachdem Jannik mehrere Gegenspieler umdribbelt und ein Tor erzielt hatte, ohne seine Mannschaftskollegen einzubeziehen, wechselte ihn sein Vater aus. Der Grundgedanke war klar – ein Einzelkönner muss trotzdem Teil einer Mannschaft sein.
Mit 13 Jahren traf Jannik schließlich die Entscheidung, Südtirol zu verlassen und intensiver Tennis zu trainieren. Die ATP führt diese frühe Selbstständigkeit ausdrücklich auf eine Entscheidung zurück, die seine Eltern mittrugen. Noch 2026 bezeichnete Sinner Hanspeter und Siglinde als Inspiration und erklärte, er wolle die in jungen Jahren verlorene gemeinsame Familienzeit möglichst nachholen.
Warum Hanspeter Sinner sogar ein Grand-Slam-Finale verpasste
Wie wenig die Familie ihr Leben vollständig dem Tennisbetrieb unterordnet, zeigte das French-Open-Finale am 8. Juni 2025. Jannik spielte in Paris gegen Carlos Alcaraz eines der längsten Grand-Slam-Endspiele der Geschichte. Seine Mutter Siglinde saß auf der Tribüne – Hanspeter nicht.
Jannik erklärte anschließend auf der offiziellen Roland-Garros-Website, sein Vater habe arbeiten müssen; dort wurde Hanspeter zu diesem Zeitpunkt als Koch in einem lokalen Restaurant beschrieben. Er fügte sinngemäß hinzu, dass sportlicher Erfolg an den Verhältnissen innerhalb der Familie nichts ändere.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Hanspeter großen Turnieren grundsätzlich fernbleibt. Beim Wimbledon-Triumph 2025 saß er in Janniks Box, und auch beim Wimbledon-Finale 2026 war er dabei; die ATP veröffentlichte ein Foto der gemeinsamen Feier nach Janniks Titelverteidigung. Wenige Tage zuvor hatte Jannik erzählt, seine Eltern hätten eine Einladung in die prestigeträchtige Royal Box abgelehnt – sie hätten andere Dinge zu erledigen.
Siglinde, Mark und das Haus Sinner in Sexten
Hanspeter ist mit Siglinde Sinner verheiratet. Beide arbeiteten über Jahre in der Talschlusshütte: er in der Küche, sie im Service. Zur Familie gehören zwei Söhne. Der ältere Sohn Mark wurde 1998 in Rostow am Don geboren und von Hanspeter und Siglinde adoptiert; drei Jahre später kam Jannik zur Welt.
Die Familie ist weiterhin eng mit Sexten verbunden. Das „Haus Sinner“ bietet dort Ferienwohnungen an und bezeichnet sich auf seiner offiziellen Website ausdrücklich als Jannik Sinners Heimathaus. Als Kontakt wird „Familie Sinner Siglinde“ geführt. 2024 berichtete der Corriere, wie Hanspeter und Siglinde dort persönlich mit den Vorbereitungen für die Sommersaison beschäftigt waren – unmittelbar nachdem ihr Sohn erstmals die Nummer eins der Tennisweltrangliste geworden war.
Zu Hanspeters eigenen Eltern, Geschwistern oder seiner schulischen beziehungsweise gastronomischen Ausbildung gibt es dagegen keine ausreichend belastbaren öffentlichen Biografien. Solche Lücken sollten nicht mit Angaben aus unklaren Personen-Datenbanken aufgefüllt werden.
Was macht Hanspeter Sinner heute?
Eine dauerhaft festgelegte heutige Berufsbezeichnung jenseits von „Koch“ lässt sich öffentlich nicht sauber belegen. Sicher ist: 2022 verließ er die Talschlusshütte, begleitete Jannik danach zeitweise als Koch und arbeitete laut Janniks Aussage im Juni 2025 weiterhin gastronomisch. Dass er dauerhaft ausschließlich für das Tennis-Team seines Sohnes tätig wäre, wäre daher zu pauschal formuliert.
Zu den jüngsten dokumentierten öffentlichen Auftritten gehört der Große Preis von Italien in Monza am 6. September 2026. Hanspeter war dort zusammen mit Jannik unterwegs. Dem Corriere sagte er, beide teilten ihre Begeisterung für Autos und Motorsport und er verbringe gern Zeit mit seinem Sohn, wenn es möglich sei. Auf Janniks Tagesplanung angesprochen, machte er zugleich deutlich, dass dafür andere zuständig seien.
Genau darin liegt der ungewöhnliche Kern seiner Geschichte: Hanspeter Sinner hat seinen Platz im Umfeld eines der größten Tennisstars seiner Generation gefunden, ohne aus der Vaterrolle eine eigene Sportkarriere zu machen. Seine belegte Biografie bleibt die eines Südtiroler Kochs, der seinem Sohn früh Freiraum gab und später dort unterstützte, wo seine eigene Erfahrung tatsächlich lag – in der Küche.
Auch bei häufig gesuchten Angaben ist Zurückhaltung angebracht. Für ein konkretes Vermögen Hanspeter Sinners gibt es keine seriös belegte öffentliche Zahl. Ebenso lässt sich aus verlässlichen Quellen kein verifiziertes persönliches Instagram-Profil ableiten. Zahlen und Accounts, die auf diversen Biografie-Seiten auftauchen, sollten deshalb nicht ungeprüft übernommen werden.
Quellen
- Haus Sinner – offizielle Website der Familienunterkunft
- Gambero Rosso – Porträt über Hanspeter Sinners Zeit als Küchenchef
- Australian Open – Sinners Dank an seine Eltern nach dem Titel 2024
- Roland-Garros – Jannik Sinner über das Fehlen seines Vaters im Finale 2025
- ATP Tour – Jannik Sinner über seine Eltern und verlorene Familienzeit, Mai 2026
- Corriere dell’Alto Adige – Familie, Beruf und Jahrgang Hanspeter Sinners
- Corriere – Hanspeter Sinner beim Formel-1-Grand-Prix in Monza 2026
siehe auch : Ellen Ziolo: Die Frau, die Dennis Schröder schon vor der NBA kannte
