Anna Henkel-Grönemeyer war eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde am 9. März 1953 in Hamburg geboren und starb am 5. November 1998 in London. Bekannt ist sie heute vor allem durch ihre Ehe mit Herbert Grönemeyer. Sie hatte jedoch eine eigene Filmkarriere: In den 1970er-Jahren spielte sie Hauptrollen im deutschen Kino und wirkte später in Bernardo Bertoluccis international besetztem Filmepos 1900 mit. Das Filmportal des Deutschen Filminstituts führt sie unter dem Namen Anna Henkel und nennt außerdem Anna Grönemeyer als weiteren Namen.
Zu ihrer Geschichte gehört noch ein weniger bekannter Aspekt: Anna Henkel war nicht nur Schauspielerin. Auf Herbert Grönemeyers Album Bleibt alles anders von 1998 erhielt sie gemeinsam mit ihm Text-Credits für zwei Stücke. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung von 2024 bestätigt ausdrücklich, dass es sich bei diesen Credits um seine erste Frau Anna Henkel handelt.
Anna Henkels eigene Karriere als Schauspielerin
Anna Henkel stand bereits vor ihrer Beziehung mit Herbert Grönemeyer vor der Kamera. Besonders wichtig für ihre frühe Karriere waren die Filme Dorotheas Rache und Chapeau Claque.
In Peter Fleischmanns Dorotheas Rache spielte sie die Hauptfigur Dorothea. Das Filmportal führt Anna Henkel ausdrücklich in dieser Rolle. Das Drehbuch stammte von Fleischmann und dem französischen Drehbuchautor Jean-Claude Carrière. Der Film kam 1974 in die deutschen Kinos.
Ebenfalls in dieser Zeit entstand Ulrich Schamonis Chapeau Claque. Schamoni führte Regie, schrieb das Drehbuch und spielte selbst die Figur Hanno Gießen. Anna Henkel übernahm die Rolle der Anna. Gedreht wurde der Film im Herbst 1973 in Berlin.
Diese beiden Filme sind wichtig, weil sie zeigen, dass Anna Henkel nicht erst durch Herbert Grönemeyer mit Film und Fernsehen verbunden war. Sie arbeitete bereits als Schauspielerin, bevor die beiden sich kennenlernten.
Ihre Rolle in Bernardo Bertoluccis 1900
Auch international war Anna Henkel auf der Leinwand zu sehen. Sie spielte Anita in Bernardo Bertoluccis monumentalem Historienfilm 1900, dessen italienischer Originaltitel Novecento lautet.
Die Produktion entstand zwischen 1974 und 1976 als italienisch-französisch-westdeutsches Gemeinschaftsprojekt. Zur Besetzung gehörten unter anderem Robert De Niro, Gérard Depardieu, Dominique Sanda, Donald Sutherland und Burt Lancaster. Die Musik schrieb Ennio Morricone. Anna Henkel wird im Filmportal in beiden Teilen als Anita geführt.
Damit gehörte 1900 zu ihren international prominentesten Filmauftritten. Ihre Rolle war deutlich kleiner als die der Hauptdarsteller, brachte sie aber in eine Produktion mit einigen der bekanntesten Schauspieler und Filmschaffenden ihrer Zeit.
Ausgewählte Film- und Fernsehproduktionen
| Zeitraum/Jahr | Produktion | Einordnung |
|---|---|---|
| 1973/1974 | Dorotheas Rache | Anna Henkel als Dorothea |
| 1973/1974 | Chapeau Claque | Rolle der Anna |
| 1974–1976 | 1900 (Novecento) | Anita |
| 1978 | Uns reicht das nicht | TV-Produktion von Jürgen Flimm; bei den Dreharbeiten lernte sie Herbert Grönemeyer kennen |
| 1981 | Polnischer Sommer | im Filmportal als Mitwirkung verzeichnet |
Die Tabelle ist bewusst als Auswahl zu verstehen. Sie verbindet die beim Filmportal dokumentierten Arbeiten mit der für ihre Biografie wichtigen Fernsehproduktion Uns reicht das nicht.
Wie Anna Henkel und Herbert Grönemeyer sich kennenlernten
Anna Henkel und Herbert Grönemeyer begegneten sich 1978 bei der Arbeit an der Fernsehproduktion Uns reicht das nicht von Regisseur Jürgen Flimm. Diese Angabe findet sich sowohl in einem NDR-Beitrag von April 2026 als auch in einem aktuellen Porträt des ZDF.
Geheiratet haben Anna Henkel und Herbert Grönemeyer 1993. Ein zeitgenössischer Bericht des Tagesspiegel aus dem November 1998 nennt dieses Jahr ebenfalls. Das Paar hatte zwei Kinder. Auf weitere private Einzelheiten zu den Kindern kommt es für Anna Henkels Biografie nicht an.
Die Beziehung hinterließ auch Spuren in Grönemeyers Musik. Bereits auf seinem Album Total egal von 1982 befindet sich das Stück „Anna“. Die offizielle Albumseite nennt Herbert Grönemeyer als Urheber von Musik und Text; der Tagesspiegel schrieb 1998, dass Grönemeyer seiner Frau schon lange vor ihrem Tod ein Lied gewidmet hatte.
Anna Henkel arbeitete auch an Liedtexten mit
Ein interessanter Teil ihrer Arbeit wird in kurzen Biografien häufig übersehen.
Auf der offiziellen Seite zum Herbert-Grönemeyer-Album Bleibt alles anders von 1998 steht bei den Texten grundsätzlich Herbert Grönemeyer. Zwei Ausnahmen werden jedoch ausdrücklich genannt: „Nach mir“ und „Stand der Dinge“ tragen den Credit Henkel/Grönemeyer.
Dass damit Anna Henkel gemeint ist, wird durch einen 2024 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Momentum Quarterly veröffentlichten Beitrag klarer. Der Autor Niklas Ferch hält dort ausdrücklich fest, dass Grönemeyers erste Frau Anna Henkel bei einzelnen Liedern auf Bleibt alles anders als Mitautorin genannt wird.
Anna Henkel-Grönemeyer lässt sich deshalb nicht nur auf die Begriffe „Schauspielerin“ und „Ehefrau von Herbert Grönemeyer“ reduzieren. Zumindest bei zwei veröffentlichten Liedtexten ist eine gemeinsame kreative Arbeit mit Grönemeyer dokumentiert.
Anna Henkel-Grönemeyers Tod im November 1998
Das Filmportal nennt als Sterbedatum 5. November 1998 und als Sterbeort London. Anna Henkel war zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt.
Ihr Tod fiel in eine besonders schwere Zeit für Herbert Grönemeyer. Nur wenige Tage zuvor war auch sein Bruder Wilhelm Grönemeyer gestorben. Der NDR beschreibt in einem Beitrag zur ARD-Dokumentation Grönemeyer – Alles bleibt anders von April 2026, dass Grönemeyer sich danach zunächst zurückzog und den Verlust später in seiner Musik verarbeitete. Das 2002 erschienene Album Mensch entstand in diesem Zusammenhang; auch das Lied Der Weg wird mit dieser Trauerphase verbunden.
Welche Todesursache ist dokumentiert?
Hier lohnt sich eine genaue zeitliche Unterscheidung. In einem Bericht vom 10. November 1998 schrieb der Tagesspiegel, dass die Familie zu diesem Zeitpunkt keine näheren Angaben zum genauen Zeitpunkt und zur Ursache ihres Todes machen wollte.
Spätere Darstellungen sind konkreter. Der NDR schrieb 2026, Anna Henkel-Grönemeyer sei nach einer Krebserkrankung gestorben. Ein t-online-Bericht vom 15. April 2026 nennt ausdrücklich Brustkrebs und bezieht sich dabei auf die neue ARD-Dokumentation über Herbert Grönemeyer. Die präziseste Formulierung lautet deshalb: Spätere Quellen nennen Krebs und teilweise speziell Brustkrebs als Todesursache; unmittelbar nach ihrem Tod hatte die Familie diese Information nicht öffentlich mitgeteilt.
Warum findet man zwei unterschiedliche Sterbedaten?
Auch beim Datum gibt es im Internet eine kleine Abweichung. Das institutionelle Filmportal nennt den 5. November 1998. Ein t-online-Beitrag vom 12. April 2026 nennt dagegen den 3. November. Nur drei Tage später veröffentlichte t-online selbst einen weiteren Artikel, der ebenfalls den 5. November nennt.
Da das Deutsche Filminstitut im Filmportal den 5. November führt und dieses Datum auch in der späteren Darstellung bei t-online erscheint, wird hier 5. November 1998 verwendet.
Warum Anna Henkel-Grönemeyer mehr als eine Randfigur in Herbert Grönemeyers Biografie ist
Wer nur nach „Anna Henkel-Grönemeyer“ sucht, stößt schnell auf die Geschichte ihrer Ehe und ihres frühen Todes. Ihre eigene Arbeit gerät dabei leicht in den Hintergrund.
Dabei spielte sie schon Anfang der 1970er-Jahre Hauptrollen bei Peter Fleischmann und Ulrich Schamoni. Mit Bertoluccis 1900 war sie an einer großen internationalen Filmproduktion beteiligt. 1978 führte ihre Arbeit als Schauspielerin zur Begegnung mit Herbert Grönemeyer. Und 1998 ist sie bei zwei Liedtexten des Albums Bleibt alles anders als Mitautorin dokumentiert.
Anna Henkel-Grönemeyers Biografie ist damit auch ein kleines Stück deutscher Film- und Musikgeschichte der 1970er- bis 1990er-Jahre.
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